Urlaub

Ich hab dann mal Urlaub. Drei Wochen. Montag geht es los, oder besser: Es/Er/Ich bleibt stehen, oder sitzen. Erst mal Ende mit Hetze. Hab Lust auf Lesen. Mehr hab ich nicht geplant. Vielleicht lese ich am Strand, auf einem Boot, in einem Flugzeug oder auf dem Balkon. Seihen Sie gespannt!
Ich bin es nicht, ich bin auf dem Weg in die Entspannung. Koste es was es wolle. Ich MUSS mich entspannen. Notfalls mit Drogen, Alkohol oder sogar Meditation. Es ist Pflicht!

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Verkehr, Nah.

  1. März

Ich muss heute länger arbeiten. Unser Faxserver geht nicht und irgendjemand ist der Meinung, ich könne das reparieren. So komme ich in den Genuss einer anderen Bahnverbindung.  Oh je.

Sonst fahre ich jeden Werktagtag, zumindest theoretisch, entweder morgens in Elmshorn oder nachmittags in Kiel los. Und komme hypothetisch immer zur gleichen Zeit an den Zwischenhalten und am Ziel an. Leider irrt sich aber die Realität häufig, aber dazu später.

Ich muss also einen dieselbetriebenen Vorstadtzug bis Neumünster nehmen, dort umsteigenden in irgendwas bewährtes, Uraltes aus dem Nahverkehrs-Museum der Deutsch Bahn AG. Ich kann das Modell das am Kieler Hauptbahnhof steht, nicht benennen, ich bin kein Bahnfahrer aus Passion  und „Bahnfahren“ wird sich auf absehbare Zeit sicher nicht zu einem meiner Hobbys entwickeln. Ich muss es täglich machen. Punkt.
So haben Sie also bitte Verständnis das ich die „Bahn“ nur grob beschreiben kann. Es ist diese Art Schienenbus mit Dieselantrieb. Drei Wagen, alles hängt ohne Übergang zusammen. Einstieg in Bahnsteighöhe (ich erwähne das nur, weil das leider absolut noch nicht Standard ist auf meiner Strecke!), Automatische Türen, blaue karierte Sitzbezüge und in der Mitte ein seltsam eingebautes WC. Es müfft nach Klo und Auspuff.  Ich bin  die elektrisch betriebenen „Doppeldecker“ gewohnt, ein offener zweigeschossiger Wagen ohne Trennungen. Sitzreihe an Sitzreihe. 2er Sitze und ab und an 4er. System nicht erkennbar. Oder nur für mich als morgens müder und abends abgespannter Mensch? Wer weiß.

Ich schweife schon wieder aus. Ich hoffe Sie haben es nicht eilig. Ich kann mich – bin norddeutsch by Nature – kurz fassen, oh ja. Ja, nein Moin.
Ich sitze also auf ungewohntem Gebiet. Zu ungewohnter Zeit. Auf einem fremden Platz an einem fremden Bahnsteig! Das allein reicht mir eigentlich schon. Nun kommen auch noch andere Bahnreisende dazu. Es füllt sich. Es sitzen fremde Menschen näher als 2m von mir entfernt! Dann setzt sich auch noch irgendwas blondes, junges, direkt neben mich. Entschuldigen Sie bitte die unzureichende Beschreibung. Aber aufgrund meiner ALTERSWEITSICHT sehe ich unterhalb von 2 Metern eigentlich alles recht pixelig und undeutlich.  Wie so ein Youtube-Video von 2001 mit 160*120 Pixeln und irgendjemand ist auf die grandiose Idee gekommen, das auf einem riesigen Fernseher im Vollbild abzuspielen. Ich sehe nur blond und den Rest reime ich mir zusammen. Wir sitzen Seite an Seite,  Schenkel an Schenkel. Ich mag eigentlich niemandem, den ich nicht kenne, und meistens sogar dem Rest,  so nah sein. Aber in der Bahn gelten nun mal andere Gesetze.

Die Bahn rollt an, sie zückt das Telefon. Ich habe leider in meiner Panik vergessen, meine akustischen Schutzschilde, meine Kopfhörer, zu aktivieren, sprich aufzusetzen.  „Blond“ telefoniert also mit Ihrer Mutter. Zu viel Realität für mich, viel zu viel. Ich versuche zu meditieren, Augen zu, beruhigende Worte in meinem Kopf. Hilft nicht. Ich versuche die Luft so lange anzuhalten, bis ich ohnmächtig werde. Funktioniert natürlich leider auch nicht. Ich kann nicht weghören.

„Hallo Mama hier ist [Ihr Name ist mir entfallen] Blond“
„Ich wollte nur mal fragen, ob das Kindergeld schon da ist??!?“
(zum Glück kann ich die Mutter auf der Gegenseite nicht hören, mir reicht die Tochter aber auch vollständig aus).
„Hm, ja, gut, äh, [Ansage der nächsten Haltestelle übertönt dankenswerte Weise ein paar Sekunden das Geplapper]“.

„Ich wollte auch nur Fragen ob du vielleicht weißt, wieso ich so Magenschmerzen habe“
„Ich hab vom Arzt gegen meinen Husten Antibiotika bekommen und extra den ganzen Tag nichts gegessen, damit sie richtig wirken und mir nicht schlecht wird“
„Dann hab ich die Pillen mit Milch runter gespült damit ich wenigstens was im Magen habe..“
„Hm, ja, hätte ja sein können das du weißt was da los ist..“

An mehr von dem Gespräch kann ich mich leider nicht erinnern. Vielleicht bin ich dann doch noch ohnmächtig geworden?

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Wieso ich 2013 und 2014 nichts gebloggt habe? Ich hatte keine Zeit.

30. Dezember 2014 1 Kommentar

Nun ist es fast um, das Jahr 2014. Ich hatte insgesamt kaum Zeit. Kaum Zeit Luft zu holen, keine Zeit mich zu erholen und schon gar keine Zeit etwas zu bloggen. Gefühlt bin ich Tausende Stunden Bahn gefahren, habe nur sehr wenig gearbeitet aber war jede Woche mindestens 70 Stunden aus dem Haus. Ich wollte mir eine neue Wohnung suchen, aber auch dafür war keine Zeit. Zeit. Zeit. Ist relativ. Zur Arbeit mit der Bahn dauerte unerklärlich lang, die neue Arbeit selbst vergeht wie im Flug. Gefühlt höchstens 4-5h jeden Tag. Obwohl es normale 40h waren.

Im Januar musste ich erleben wie unfreundlich Menschen, Vermieter, Unterhaltsempfängerinnen, Behörden und Banken werden, wenn man sie nicht regelmäßig brav mit Geld versorgt. Ich konnte nicht, sorry. Ich konnte es dummer weise auch nicht erklären. Ich war (zu) kaputt, ausgebrannt, in schock-starre verfallen und hatte doch so wenig Zeit.

Ich arbeitete 2013 noch für eine Firma, ein „Einzelhandelsunternehmen ohne Haftungsbeschränkung“  und wurde geraume Zeit nicht bezahlt. Wie lange, keine Ahnung. Ich war komplett alleine, habe (versucht) den Betrieb irgendwie aufrecht zu halten. „Wir“ waren eine Firma die 24/7 produziert und liefert. Leider bestand die Firma selbst in Hochzeiten nur aus drei Personen. Der zweite Angestellte hatte sich vor 1,5 Jahren „verpisst“ und erschien nicht mehr. Ich wusste da noch nicht, das er bereits seit 12/2012 kein Gehalt mehr bekomme hatte. Ich war sauer. Ich war alleine. Ich hatte keine Zeit. Der „Chef“ ließ sich auch seit Monaten nicht mehr blicken. Was fast normal war, für ihn. Hatten wir uns in den 16 Jahren die ich dort arbeitete nur rund 10-15 Mal pro Jahr gesehen, so wurden daraus in den letzten 2-3 Jahren höchsten fünf, meist sehr verstörende und flüchtige, Begegnungen.

Er hatte früher immer Nachts gearbeitet. Da „schaffte er mehr“. Kontakt per Mail ging anfangs noch, per Telefon eigentlich so gut wie nie. Erreichbarkeit war nicht so sein Ding. Gehalt regelmäßig bezahlen auch nicht. Wir kannten uns rund 25 Jahre, aus der wilden Zeit vor Internet und vor bunt.

Ein schräger Vogel, aber schlau und mit Weitblick. Man müsste ihn wohl zu den 10-15 Leuten zählen die das Internet damals nach Deutschland gebracht und vorangetrieben haben. Er war einer der ersten mit RIPE-Handle. Falls dir das was sagt. Vermutlich nicht. Als wir noch 5 1/4″ Disketten getauscht haben, hat er schon an seinem 1200er Modem eine Mailbox laufen gehabt. Später alles per uucp mit Linux. Daraus wurde ein Internet-Dienst. So mit Homepage, Maildienst, Standleitung, anfangs auch noch mit ISDN und so weiter. Hat nie geworben, in der Spitze aber die gesamte Westküste Schleswig-Holsteins mit „Internet“ versorgt. Und ich meine nicht die Dithmarscher Bauernhöfe. Von den 20 Umsatzstärksten Unternehmen Schleswig-Holsteins waren mehr als 10 Kunden bei uns. Seit Jahren, einige über ein Jahrzehnt. Dazu gehörten diverse Mineralölgesellschaften mit Sitz in Elmshorn. Und irgend so ein Haferflockenerzeuger. Ich nennen mal vorsichtshalber keine Namen.

Wie haben wir das mit nur drei Mann  (Pardon, eigentlich nur 2,5 denn mein Herr Angestellter Kollege war leider nicht sehr zuverlässig und seine Anwesenheit glich einem 6er im Lotto)  gemacht?

Es hätte eigentlich Wahnsinnig viel Kohle bei übrig bleiben müssen, leider war dem nicht so. Wir waren zu billig und dann auch wieder zu klein. Ich hätte mir bereits 2012 denken MÜSSEN, das irgendwas nicht stimmt. Ich hätte 2013 die Segel streichen sollen. Als niemand mehr da war, nichts mehr normal ging, ich wie ein Verrückter fast 24/7 Monat für Monat diese Unerträgliche Bürde stemmen musste. Un- oder spätbezahlt und immer zu wenig. Friseure im ersten Jahr nach der Ausbildung gaben mir nach dem Haarschnitt Trinkgeld und weinten dabei leise, wenn es während der „Behandlung“ zu Gesprächen über Gehälter gekommen war.

Ich habe da wohl keinen Sinn für. Es reichte für die Miete und Essen, für sonst nichts. Ich hatte aber nie Zeit mich darum zu kümmern. Ich war wie der letzte tapfere Soldat im Schützengraben der so sehr mit Überleben beschäftigt ist das er nicht merkt, das er eigentlich bereits tot ist. Ich hatte 2013 mal eine Phase mit (wie sich nach diversen unangenehmen Untersuchungen heraus stellte) Migräne in Form von einer wirklich fiesen Sehstörung.

Am Ende einigten der Doc und ich uns auf „könnte auch am Stress liegen – haben Sie welchen?“, als Ursache. Ich meinte aber ich hätte keine Zeit für Stress und wir lachten ein klein wenig.  Das der Apotheker längst aufgegeben hatte, mich auf meinen hohen Verbrauch an Kopfschmerztabletten hinzuweisen registrierte ich still, aber dankbar. Ich war wie von Sinnen. Als ich im August gleichzeitig drei (3!) erzündete Backenzähne hatte und mein Gesicht aussah, wie, ja wie eigentlich?! Geschwollen. Den Rest überlasse ich der Phantasie. Ich ließ mir die Zähne ziehen (Arzt: Leider wirken in Ihrem Zustand die Betäubungsmittel nicht richtig, ich sag schon mal sorry!) und fuhr nur 12h später für eine Woche nach Dänemark. Nur um nichts zu machen, als dem Meer bei seinem stetigen Rauschen zuzuhören und Löcher in den Himmel zu gucken. Mehr ging nicht. Aber ich denke heute, das mir diese eine Woche vermutlich das Leben gerettet hat.
Ich tankte etwas Energie, erholte mich von der Zahngeschichte und wurde mir klar darüber, dass sich wohl etwas ändern muss. Das war Ende September 2013.

Ich machte allerdings erst mal weiter wie bisher. Die Anzahl der Anrufer mit „Bezahlungswunsch“ nahm stetig zu. Hier ein Lieferant der eine nicht bezahlte Rechnung anmahnte, dort die Werkstatt die eben erst meinen Firmenwagen repariert hatte. Nach den Anrufern kamen die Leute, die unsere Adresse kannten, persönlich vorbei.

Allen voran der lokale Stromversorger, der gerne die ersten Male auch den Anschluss sperren wollte. Ich hab die offenen Rechnungen bar aus meinem Portemonnaie bezahlt. Großer Fehler, rückwirkend. All diese „ich lege es erst mal aus, ich habe ja die Quittungen“ Sachen sind futsch. Neben den Gehältern. Neben den seit 2-3 Jahren (vermutlich) nicht bezahlten  Sozialbeiträgen. So werde ich also selbst in meiner Zeit als Rentner noch an diese Sache erinnert, denn meine Rente reduziert sich dadurch. Nicht viel, vielleicht 80-90 Euro jeden Monat aber bei meiner zu erwartenden Rente wird es jeden Monat weh tun. Da werde ich dann endlich mal viel Zeit haben, mich zu ärgern und zu bereuen. Freue mich aber nicht darauf.

Größere Lieferanten traten auf den Plan, wollten gleich die ganze Firma kaufen. Das war im November. Es scheiterte leider nur an der Unmöglichkeit, den Geschäftsinhaber zu erreichen. Der hatte sich da schon längst in sein Zuhause verkrochen. Oh wie oft war ich bei ihm und habe erfolglos geklingelt. An die Fenster geklopft. Am Ende nur vor dem Haus gestanden und laut und wild seinen Namen geschrien. Gleichzeitig, und das ist wohl meine persönliche Dummheit, machte ich mir um ihn Sorgen. Lebt er noch? Tut er sich wohl möglich irgendwas an? Ich habe ihm, OMG bin ich doof, sogar noch Geld geliehen. Nicht das erste Mal. Als wir uns tatsächlich kurz sahen und er versprach, alles wird gut, alles wird geregelt.
Erzählte irgendwas von kranker Freundin und so. Was ich natürlich geglaubt habe, weil ich es glauben wollte. Mein Fehler. Weil ich der Typ bin der immer eingeladen wird, wenn irgendwo ein Klavier/Umzug/Hund/Boot transportiert werden muss. Berufsbruder. Kann ich nichts für.

Im Januar 2014 ging ich dann zum Arbeitsamt. Um mich beraten zu lassen. Um zu sehen, wie ich an Kohle komme. Denn auch bei mir zu Hause wurde mittlerweile  munter geklingelt und nicht jeder Besucher war freundlich, meine Post bestand zu fast 100% aus diesen unfreundlichen gelben Briefen mit „Auslieferungsvermerk“.  Der Berater im Arbeitsamt riet mir, eine Frist zu setzen. Schriftlich. Einschreiben und so weiter. Und nach Ablauf dieser Frist könne ich fristlos kündigen und würde Geld vom Amt bekommen. Gesagt, getan.

Und gleichzeitig kam ein Jobangebot. das ich sofort wahr nahm. Seit dem habe ich überhaupt keine Zeit mehr, aber irgendwas ist ja immer.

Ich habe absichtlich viele unangenehme Details weg gelassen. So auch den Versuch mit Polizei/Gericht/Amtsarzt/Seiner Schwester irgendwie an den Herren heran zu kommen. Um wenigstens sein Leben zu retten. Nichts davon glückte. Selbst heute mache ich mir noch Sorgen und bis heute finde ich regelmäßig „Briefchen“ von ihm in meinem Briefkasten mit der Bitte, ihm Geld zu leihen. Die Sache ist noch nicht ausgestanden, aber ich brauchte und brauche wirklich sehr viel Abstand davon, um überhaupt darüber nachdenken zu können.  Und ich bin immer noch ausgelaugt. Das hat so unendlich viel Energie gekostet, ich frage mich jetzt immer öfter: Wieso hast du dir das all die Jahre angetan?

Ich brauche keine Tipps, Belehrungen, ich weiß das ich mir das selbst zuzuschreiben habe. Ich brauche auch keine Hilfe, kein Mitleid. Ich brauche Zeit.

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Radio Ga Ga

Je älter man wird..

Ich kann auch eine lange und außerordentlich erfolgreiche Karriere als Radiohörer zurück blicken. Schon zu meinen Grundschulzeiten lief bei uns zuhause in der Küche ständig ein Radio. Ein „Kofferradio“. Irgendwas von Grundig. NDR2 fest eingestellt, wozu wechseln und falls ja, wohin? Es gab nichts anderes. Gut für mich: Ich wusste, wann meine Lieblingsshows liefen, zum Beispiel die Plattenkiste. Da bestimme der Hörer die Musik, eine Stunde lang. Meine Mutter hörte da immer ihre Schlager.

Radio immer und überall. Später, im Auto. Ohne Musik ging gar nicht, gerne auch von Kassette oder viel später von CD. Radio, live, verlässliche und aktuelle Nachrichten mit Wetter, Verkehrsnachrichten und gerade morgens unheimlich wichtig, der Uhrzeit. Als ich erwachsen wurde und mit dem eigenen Auto weiter und weiter meine Kreise drehte wusste ich, Heimat hört da auf wo der gewohnte Radiosender nicht mehr zu empfangen ist. Auf der Autobahn auf den endlosen Touren damals Richtung Saarland war auf Höhe Vechta Schluss mit lustig, Schluss mit NDR2, Schluss mit zu Hause. Umgekehrt genau so. Erst nur Knistern und Rauschen, Wortfetzen. Immer deutlicher dann, mein Sender. Ich war fast wieder zu Hause!

Ich war live dabei, irgendwann in den 80ern, als die privaten kamen. Alles rechts von 100 MHz war frisch, neu, dauerwitzig. RSH war glaube ich der erste neue Sender hier oben im Norden. „Die Welt verliert von ihrem Schmerz, rechts von 100 MHz“. Kennt niemand mehr, den Spruch.
Die privaten hörte ich bis ich Ende 30 war. Aus RSH (Radio Schleswig-Holstein wurde Radio Hamburg (RHH) nach meiner Aussiedelung nach Hamburg. Leider ging mir dann irgendwann dieses Dauerhaft witzige auf den Keks. Morgens 15 Grad minus und Schneesturm, diesen Wetterbericht kann man mir irgendwie nicht lustig verkaufen. Erdbeben in der Türkei mit über 1000 Toten, nach dieser Nachricht brauche ich eigentlich keinen Jingle, sondern einen Stuhl. Vermutlich war ich einfach zu alt für das junge Programm geworden.

So wurde also irgendwann wieder auf öffentlich rechtlich gewechselt. Die hatten sich leider, eigentlich vollkommen ohne Not, den privaten ziemlich angeglichen. Auch immer mit „Moderatoren-Duos“, Mann und Frau die immer so wirken als würden sie nicht nur die Mikrophone teilen (wollen). Und hihi, immer witzig. Zum Glück bleiben bislang die Sevicebereiche, also Nachrichten und Wetter davon verschont. Ich konnte und habe mich damit arrangiert. Da ich morgens unheimlich schlecht in die Hofe komme dauert es gerne zwei Stunden vom Aufstehen bis ich das Haus verlasse. In der Zeit läuft das Radio. Manchmal auch nur als Livestream, aber das ändert ja nichts am Programm.  Mehr und mehr fällt mir dabei auf, dass ich anhand der Musiktitel weiß, wie spät es ist. Scheinbar gibt es nur noch (gefühlt..) 20-30 Musiktitel zur Auswahl und die werden zu fest gelegten Uhrzeiten abgenudelt und später irgendwann wiederholt.

Seltsam. Und mir fällt das auch nur richtig auf weil neulich mal wieder dieser Zeitraum war, in dem die Quoten ermittelt werden. Keine Ahnung wofür das wichtig ist. Vermutlich müssen die privaten Sender mit diesen Zahlen ihre Werbekundschaft irgendwie beglücken. Aber den öffentlich rechtlichen könnte das eigentlich egal sein.

Plötzlich wurde dann auch mal wieder Musik gespielt, die sonst nicht kommt. Eine andere Mischung. Aus 20-30 Titeln wurden wieder 100 und mehr. Man gab sich richtig Mühe. Sehr angenehm. Und zugleich auch sehr auffällig. Wieso nur wird da sonst kein Wert mehr drauf gelegt? Radio als (Comedy) Talkshow unterbrochen von ab und an Musik und der unvermeidbaren Werbung, das brauche ich eigentlich so rein gar nicht.

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Serie, die.

18. Oktober 2013 1 Kommentar

(Wikipedia)
Eine Fernsehserie ist eine Filmproduktion über eine mindestens zwei Folgen umfassende, abgeschlossene oder nicht abgeschlossene, fiktionale oder auch an Tatsachen orientierte Handlung im Fernsehen.

Wir, die wir alle gar kein, oder wenn überhaupt nur in homöopathischer Dosierung und vor allem nur intellektuell extrem anspruchsvolle Sachen auf z.B. Arte, Fern-sehen, kennen das hier beschriebene Problem gar nicht. Dieser Blogeintrag beschreibt von daher ein Problem das unsere Nachbarn beschreibt. Oder unsere entfernten Bekannten. Oder irgendeinen anderern Nichtsnutz.

Fernsehen! Pah! Wir doch nicht!


Serie, die

Worttrennung:
Se|rie


Bedeutungen

bestimmte Anzahl, Reihe gleichartiger, zueinanderpassender Dinge, die ein Ganzes, eine zusammenhängende Folge darstellen

Unsere „Nachbarn“ sehen also Fern. Sie sehen eine Serie. Bzw. eigentlich kann man sagen, sie würden gerne, wenn denn der verantwortliche Programmplaner-Assistenten-Gehilfen-Auszubildende das zu lassen würde. Eine Serie, so monieren die Nachbarn, ist ja auch so eine Sache.
Man lässt sich da meist über einen längeren Zeitraum auf etwas ein ohne vorher zu wissen, was kommt. Hat man eine Folge gesehen ist das Ende zumeist noch nicht in Sicht und man lässt Handlungs tragenden Charakteren gerne Zeit für die  Entwicklung.
Der Zuschauer, also unsere Nachbarn, muss sich also zunächst mal darauf ein lassen. Wehe dem Nachbarn der erst in Folge 7 einsteigt und nicht weiß, das bis dahin passiert ist und warum der eine Charakter so handelt, und nicht anders. Es macht also bei SerieseherInnen Sinn, Folge 1 zu schauen und danach Folge 2,3,4 und so weiter. Sonst versteht man nicht was los ist, kennt niemanden und und und.
Ein zeitaufwändiges Unterfangen! Das kann, wenn man einfach gestrickt wie „unseren Nachbarn“ ist,  aber eine lohnende Sache sein, denn gute Geschichten erzählt man nun mal eben nicht in 5 Minuten und niemand auf diesem Planeten und im bekannten Teil der Milchstraße kann (und sollte) mehr als 45min am Stück fernsehen.
Die so aufgebauten Spannungsbögen über mehrere Folgen und die so mögliche Vertiefung der Charaktere und der Handlung machen oftmals erst den Reiz einer Serie aus. So weit die Theorie.

In der Realität kann unser Nachbar leider keine Fernsehserie schauen. Dabei würde er nämlich noch verrückter werden, als er ohnehin schon ist.  Einige die Gründe dafür:

Im „Free-TV“ kommt eine Serie niemals in Serie. Es kommt gerne Folge 1-5, mehr wurde leider noch nicht übersetzt. Oder man will erst mal ausprobieren, wie das beim Zuschauer ankommt. Quoten und so.  Mal gucken wer Werbung schaltet. Also mal probieren ob die Zuschauern anbeißen. Nachbar schaut also Folge 1, er findet das, was er sieht soweit okay, ja, ausbaufähig, er plant für den weiteren Verlauf der Serie treu zu bleiben. Unter Vorbehalt natürlich. Kein bindender Vertrag.
Er merkt sich den Termin, die nächste Folge kommt genau eine Woche später, gleiche Uhrzeit, gleicher Sender. Das kann
sich sogar unser Nachbar merken. Die zweite Folge ist noch besser als die erste. Man kennt schon ein klein wenig von der Handlung, die Darsteller, das Umfeld. Das schafft dieses „den/die/das kenne ich, mag ich/nicht“ Gefühl. Nachbar freut sich schon auf Teil 3 der Serie.

Oh, leider ist da ein Feiertag…

Also 14 Tage Pause. Oh nein! In der Woche darauf kommt ein Fußballspiel auf dem Sendeplatz der Serie! Also drei Wochen Pause. Bei Folge 3 ist der Zuschauer schon ein klein wenig am fremdeln. Erst mal wieder rein finden! Ganz schön anstrengend!!!1elf

Die Einschalt-Quoten von Teil 3 sind leider nicht mehr so gut wie bei Folge 1+2. Der Sender beschließt einen anderen, besseren Sendeplatz zu versuchen um die teuer eingekaufte Serie noch zu „retten“. Unser Nachbar stellt in der Woche darauf verblüfft fest, das seine Serie bereits einen Tag vorher gelaufen ist. Mist. Verpasst. Grummel. Neuen Termin gemerkt.

In der Woche darauf ist alles gut. Die Folge ist gut, Quoten sind gut, nur leider muss jetzt erst mal eine Pause gemacht werden. Sommerpause. Oder irgendwas vergleichbar idiotisches. 2-3 Monate später: Es geht weiter. Leider: Anderer Sendeplatz. Über den Sommer hat sich im Sender auch außer dem Logo ja soooooo viel geändert!  Die Quoten sind okay. Die 2. Staffel der Serie wird eingekauft, direkt übersetzt. Intelligenter Weise schaltet der Sender die Serie jetzt im Rahmen einer Programmangleichung zu einem „für das Publikum besser verträgliches“ Termin. Und um den Wahnsinn komplett zu machen, kommen die alten Folgen der 1. Staffel direkt hinter den Folgen der 2. Staffel, allerdings auf dem alten Sendeplatz von Staffel 1.

Meinen Nachbarn beschleicht also das leichte „Deja Vu“ ähnliche Gefühl, die Folge bereits gesehen zu haben. Hat er ja auch, denn er hat er eingeschaltet als die 1. Folge der 1. Staffel lief, von dem veränderten Sendeplatz hat er mal wieder nichts mit bekommen. Können Sie sich noch daran erinnern das man das Fernsehprogramm früher ausgedruckt in Form einer „Programmzeitschrift“ zu Hause hatte? Damals..

In der Redaktionskonferenz im Sender am nächsten Tag herrscht nach Sichtung der Quoten vom Vortag betretenes Schweigen. Wieso sind die Quoten so schlecht? Kann ja nur am dummen Zuschauer liegen, schließlich hat der Sender alles mögliche getan um die Sendung prominent zu platzieren. In einer Notmaßnahme wird der Rest der Serie in Zukunft ab 02.41 Uhr MORGENS gezeigt, bezahlt ist der Mist ja eh und muss demzufolge auch gesendet werden. Quoten quasi nicht messbar. Egal. Hau raus. Den Mist wollte wohl keiner sehen!

Was für ein Glück, das wir kein Fernsehen!

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Lets do the Noom Walk agaaaaain!

Ich bin ein böser alter Nerd. Nachtaktiv, Licht scheu, Hautfarbe vornehmes EDV-Weiß. Bewegung ist das was der Pizza-Bote macht,  wenn er mit dem Pizza-Karton die 5 Stockwerke zu meiner Wohnung hoch hechelt, weil der Aufzug mal wieder defekt ist…

Bewegung ist unter der Woche für mich der Weg zur Arbeit, einkaufen und der Weg zum Auto. Alles Wege die ich nicht sehr gerne gehe, deshalb werden diese „optimiert“, so kurz wie möglich. Ich habe es nicht sonderlich weit ins Büro, nur rund 5 min geschlendert zu Fuß. Der Supermarkt liegt auf dem Weg, die Arztpraxis ebenfalls, da kommt nicht viel Weg in der Woche zusammen. Das mir das auf Dauer nicht gut tut war mir klar, am Wochenende aufholen geht nicht, die Anschaffung eines Hundes der mich zum gehen motiviert berufsbedingt auch nicht.  Das mir schneller als früher die Puste ausgeht merkte ich zuletzt recht deutlich in Dänemark, der Gang die Düne hoch zum Strand ging früher einfach leichter…
Vielleicht lag es auch nur am starken Wind, aber wahrscheinlicher ist mein erbärmlicher Fitness-Level. Und der ist gleich Null. Als kürzlich der Aufzug für 1,5 Monate ausgefallen war merkte ich spätestens ab der 3. Etage, wie hoch oben ich wirklich wohne. Hatte das fast schon vergessen. Da wird die Luft schon dünner!

Andererseits muss man zu meiner Verteidigung sagen das ich die Treppen immer noch deutlich zügiger als meine 20 Jahre jüngeren Nachbarn bewältigte, das ist allerdings für mich kein Maßstab. Diese verweichlichte Generation die noch nicht mal mehr weiß., wie ein 2400er Modem beim connecten klingt!  Pah!
Ich wollte mal schauen was ich mit einfachen Mitteln machen kann, um mich wieder etwas in Form zu bringen. Ein Fitness-Studio hab ich übrigens auch direkt am Haus, dafür spreche ich aber  viel zu schlecht türkisch und mag leider den Geruch nach gärenden Schweiß-socken  zu wenig.

Zufällig fiel mir eine kleine App für mein Smartphone auf, die kann so rein gar nichts außer durch den in jedem Gerät verbauten Beschleunigungssensor feststellen, das ich einen Schritt gemacht habe. Also schnell mal ein paar Tage normal Schritte zählen lassen und gucken, wie viel dabei raus kommt. Und, für mich immer ein extrem wichtiges Kriterium, ob es den Akku zu stark belastet. Eine Woche später folgte die Ernüchterung. Ich ging an durchschnittlichen Werktagen nicht mehr als 1000-1600 Schritte. Wobei Schritte nicht gleich Meter sind, niemand der unter 2,20 Groß ist und der  sich normal  bewegt (also: Nicht wie  eine Gazelle die im Busch vor einem Löwen flieht!) legt pro Schritt einen Meter zurück.  Normale Mitteleuropäer legen pro Schritt 71-75 cm zurück. So sagt es Wikipedia und ich glaube das ,denn ich habe vor gefühlten 100 Jahren mal ermittelt wie lang meine Schritte sind. Das brauchte ich um einen Anlauf möglich schnell und einfach ab zumessen. Andere Geschichte. Der Akku-Verbrauch ist übrigens sehr moderat und fällt kaum ins Gewicht. Da kein GPS verwendet wird (wozu auch?) geht 1. die Messung schnell und 2. Energiesparend. Hacken an der Sache: Man kann, wenn man sich selbst gerne belügt, auf gut Deutsch einfach bescheißen. Ich bat Jemanden den ich kenne die App mal auszuprobieren, das erste was ihm auffiel war, das auch die Bewegung des Armes als Schritt gezählt wird. Oder hüpfen. Oder Treppen steigen. Oder wenn man das Smartphone mit einem Tennisschläger 25m in die Höhe schlägt. Oder wenn man mit dem Hubschrauber 3mal um den Block fliegt und es dabei ruckelt. Ja, all das wird auch und fälschlich als Schritt gezählt…

Mein „Gehverhalten“  hat sich nach dieser Woche geändert. Ich gehe jetzt den laaaaaaaangen Weg zur Arbeit, zum einkaufen, benutze überhaupt keinen Aufzug mehr (okay, der bei mir im Haus ist ja eh meist kaputt), nutze keine Abkürzungen mehr sondern suche mir bewusst gemütliche lange Wege heraus. Jetzt bin ich pro (Werk)Tag bei 4000-4500 Schritten. Das ist natürlich immer noch nicht wahnsinnig viel, aber eine Steigerung um 300%. DAS ist es, worauf es mir ankommt. Ich vermute das ich mich noch weiter steigern werde.

Die App Noom Walk ist kostenlos erhältlich für Android unter diesem Link im Playstore

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Freiwild

Ein richtig schicker, sehr großer silberner BMW. Glaub der ganz neue aus der 6er-Reihe. Nicht so ein aufdringlich aufgemotztes Teil, sondern einer dem man nicht ansieht, was er unter der Haube hat. Nur der Motor, meine Güte, was für ein Sound. Mit normal hoher Geschwindigkeit kam der Wagen jetzt direkt auf mich zu. Er musste in einer Schlangenlinie um eine Frau mit Kinderwagen gefahren sein um dann sofort mächtig Gas geben, um noch vor dem quer über die Straße fahrenden Radfahrer weiter fahren zu können.

Ich musste mich dafür ganz eng zwischen die beiden Abfallcontainern an die Hauswand pressen, um nicht dumm im Weg zu stehen.  Entschuldigend winkte ich dem Fahrer, der mit rund 60 km/h (wer kann das schon so genau schätzen?) in nur ca 20 cm Abstand an mir vorbei rauschte, zu.  Die Straße hier ist einfach zu schmal für Autos und Menschen. Deshalb und auch aus anderen Gründen , z.B. weil sie parallel zur Fußgängerzone verläuft und mit dieser durch kleine Gänge verbunden ist, wurde sie verkehrsberuhigt.

Erst gestern lernte ich neue Sichtzeichen im Straßenverkehr. Im Crashkurs. Wenn man als Fußgänger bei Grün über eine Fußgängerampel geht und dabei einen PKW übersieht, welcher dann heftig bremsen muss, dann bedeutet das 3malige Ticken des Fahrers mit dem Zeigefinger an die Schläfe dass man etwas mächtig falsch gemacht hat. Sehr sehr falsch sogar.
Grün ist eben nicht grün. Auf jeden Fall nicht, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist. Grün ist, wenn die Ampel Grün ist UND kein Auto  noch eben schnell über die Kreuzung, den Fußweg oder den Fußgängerüberweg flitz (obwohl bereits gelb oder gar rot für den Autofahrer war).

Erst dann ist es wirklich 100%ig FUßGÄNGERINNENGRÜN.

Ansonsten: Tick tick tick! Zeigefinger -> Schläfe. Hmm? Haben Sie denn nicht aufgepasst? Ich habe das doch eben erst erklärt! Hier noch mal die Zusammenfassung: Ich bin stark, du bist klein, ich hab Recht. Tick-Tick-Tick.

Das verfahren erspart den Steuerzahler nebenbei bemerkt eine Menge Geld. Sämtliche Fußgängerampeln und Fußgängerüberwege können abgebaut werden! Allein durch den Wegfall der Beleuchtung spart der Steuerzahler pro Jahr rund eine halbe Stadtautobahnbrücke – pro Bundesland! Desweiteren werden die Gerichte entlastet. Frisch überfahrene Fußgänger neigen ja zum klagen. So sie es denn noch können. Die ganzen minderen Verkehrsdelikte, Fahrerflucht und so weiter, könnten so drastisch reduziert werden.

Also bitte, hören Sie endlich auf mir ständig Beulen ins Auto zu laufen!


Verkehrsberuhigter Bereich

Verkehrsberuhigter Bereich

Umgangssprachlich wird häufig der Verkehrsberuhigte Bereich gemäß § 42 Abs. 2 StVO (Zeichen 325.1) als Spielstraße bezeichnet. Alle Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge) sind hier gleichberechtigt, dürfen sich aber gegenseitig nicht behindern. Der Fahrzeugverkehr muss das Schritttempo einhalten. Das Halten ist grundsätzlich zulässig, das Parken aber nur auf dafür gekennzeichneten Flächen. Beim Verlassen (Zeichen 325.2) ist § 10 StVO zu befolgen.
(Quelle: Wikipedia)


Ampeln werden aus folgenden Gründen an Kreuzungen oder Einmündungen (Knotenpunkten) eingesetzt:

  • Die Anlage kann der Optimierung des Verkehrsflusses dienen. Bei hohen Verkehrsdichten, z. B. bei mehreren Fahrbahnen pro Richtung, erlauben Ampelanlagen die beste Kontrolle des Verkehrsdurchsatzes.
  • Sie können zur Entschärfung von Gefahren an komplizierten oder unübersichtlichen Kreuzungen beitragen. Bei Knotenpunkten mit mehr als vier Richtungen kann die Regelung mit Verkehrsschildern unklar oder unübersichtlich sein und zu Unfällen führen. Eine Lichtzeichenanlage vereinfacht solche Situationen durch klare Anweisungen, evtl. ergänzt durch zusätzliche Warnlichter, beispielsweise wenn dem Gegenverkehr Vorfahrt gewährt werden muss.

(Quelle: Wikipedia)

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